09. Juni 2020 von Crowd Container von Niederhäusern

Was für Fleisch wollen wir essen?

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Im Nu waren die Bio-Erdbeeren von Simon Briner ausverkauft. Und bereits ist die nächste Sammelbestellung für Frischprodukte online: Diesmal mit Bio-Rindfleisch-Mischpaketen von Christoph Rickenbach aus dem Fricktal. Letztes Jahr durften wir seine Hochstammkirschen vermarkten und über den Winter entstand die Idee, ein ganzes Rind in zugänglichen Portionen anzubieten. Christoph wird auch diesmal bei der Übergabe an unsere Kund*innen persönlich vor Ort sein und gerne Fragen beantworten.

Der Riedackerhof von Christoph Rickenbach im Fricktal

Christophs Anwesenheit dürfte diesmal von besonderem Interesse sein, denn das Thema Fleischkonsum wird im Kontext von Klimawandel und Tierwohl kontrovers diskutiert: Was ist mit dem Treibhausgasausstoss, der durch die Kühe verursacht wird? Ist es ethisch überhaupt vertretbar, Nutztiere zu halten? Unsere Gesellschaft kann ihren immensen Fleischappetit aktuell nur mit den Mitteln der Massentierhaltung und der Züchtung von Hochleistungsrassen befriedigen. Dadurch entstehen grosse Umweltschäden und viel Leid bei den Tieren. Wie weit wir derzeit von einem nachhaltigen Konsum entfernt sind, zeigt eine Studie von Agroscope: Würden wir unseren Konsum von Fleisch und Milchprodukten gemäss der klassischen Ernährungspyramide beschränken, könnten wir den ökologischen Fussabdruck, den unsere Ernährung verursacht, bereits halbieren (Agroscope Science, 2017).

Bevor wir nun vollständig auf Fleisch- und Milchprodukte verzichten, sollten wir noch etwas anderes bedenken: Gerade auf Schweizer Biohöfen sind Tiere häufig ein unverzichtbarer Teil der landwirtschaftlichen Kreisläufe. Die Kühe düngen die Wiesen und Äcker mit ihren Ausscheidungen und verwandeln Gras direkt und indirekt in wertvolle Lebensmittel. Dabei werden auf Milchbetrieben Kälber geboren, die nicht auf dem Hof grossgezogen werden können. Auch Bauernhöfe ohne Tiere sind zumeist auf tierische Dünger angewiesen. So zum Beispiel der Biohof Flochen, wo unsere Erdbeeren gerade geerntet werden. Für den Ackerbau wird dort Gülle eingesetzt. Und sogar die feinen Erdbeeren gedeihen mit Hilfe von Nährstoffen, welche sie in Form von Griess aus Kuhhorn zugesetzt bekommen.

Ein wichtiges Puzzleteil in der Schweizer Kreislauf-Landwirtschaft: der Kuhfladen

Dies zeigt, dass Tiere aus der Landwirtschaft heute kaum wegzudenken sind. Doch was ist in dem Fall eine sinnvolle Tierhaltung? Christoph Rickenbach hat darauf eine Antwort, die uns überzeugt hat: Seine Rinder wachsen auf dem Riedackerhof in sogenannter Ammenkuhhaltung auf. Die Jungtiere kommen von ausgewählten Biohöfen in der Nachbarschaft, die durch die Milchproduktion überzählige Kälber haben. Auf dem Riedackerhof werden sie von einer Ammenkuh gesäugt und aufgezogen. Sie verbringen so viel Zeit wie möglich auf der Weide und werden im Alter von zwei Jahren geschlachtet. Im Vergleich zur Mutterkuhhaltung ist die Ammenkuhhaltung ressourcenschonender, da eine Amme gleich mehrere Kälber aus der Milchwirtschaft aufziehen kann. Dadurch wird auch verhindert, dass Bio-Milchbetriebe ihre Kälber an konventionelle Mastbetriebe abgeben müssen.

Wenn Christoph Rickenbach sein Fleisch direkt oder über Crowd Container vermarktet, kann er bereits jetzt auf das Verfüttern von Kraftfutter verzichten. Die Tiere fressen ausschliesslich Gras, Heu und etwas Grassillage im Winter. In Zukunft möchte er nach Möglichkeit noch einen Schritt weitergehen: Eine erfolgreiche Direktvermarktung via Crowd Container gäbe ihm allenfalls den Spielraum, um gar auf die Hofschlachtung umzusteigen.

Rinder auf der Weide beim Riedackerhof

Noch bis am Donnerstag, 11. Juni könnt ihr die Mischpakete mit je 1.4 Kilo Fleisch von Christoph Rickenbach bestellen. Zuerst verkaufen wir die sogenannten «Second Cuts» wie Braten, Haxen, Saftplätzli, Siedfleisch, Voressen und Hackfleisch. Wenn alles rund läuft, folgen in circa vier Wochen dann die Edelstücke, welche noch abhängen müssen. Bestelle jetzt dein Mischpaket mit Bio-Rindfleisch und triff Christoph Rickenbach am 17. Juni in Zürich:

Hier geht es zu Entrecôtes, Filet, Steaks & Co.

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