28. Februar 2022 von Crowd Container von Niederhäusern
SlowGrow – Mut macht den Boden gut
Besuch auf dem Hof von SlowGrow in Mönchaltorf: In diesem Beitrag erzählen wir mehr über die Anbaumethode unseres Produzenten aus dem Zürcher Oberland.
«Wir gestalten hier eine Mosaiklandwirtschaft mit multifunktionalen Kulturen. Wir integrieren die Biodiversität in unsere produktiven Flächen statt diese auszugrenzen», beschreibt Matthias ihr Wirken in Mönchaltorf. Zusammen mit seinen Partner*innen und einer grossen Community an freiwilligen Helfer*innen betreibt er seit 2014 den Betrieb SlowGrow auf heute rund 20 Hektaren. Innovation und Mut sind ihre stetigen Begleiter. Der Wurm und feinste Pilzgeflechte ihre Verbündeten.
Meine ersten Eindrücke bei SlowGrow sind zwar schon ein paar Jahre her, doch noch immer so lebendig als wäre es gestern gewesen: Gelb und rot blühende Pflanzen streckten an einem grauen Oktobertag ihre Köpfe aus einem Durcheinander aus saftig grünen Gräsern. Ist das eine Wiese? Oder ein Acker? Oder wächst hier Gemüse? Die Vielfalt auf diesen Flächen war so überwältigend, dass es mir schwer fiel, mich zu fokussieren und zu verstehen, was dort angebaut wurde.
Auch wenn wir damals 2019 bei weitem noch nicht alles verstanden hatten, was sich auf, und vor allem in der Erde bei SlowGrow abspielt, war uns sehr schnell klar, dass wir unbedingt mit SlowGrow zusammen arbeiten möchten – und zum Glück sie auch mit uns. Und so dürfen wir seit bald sieben Jahren Gemüse, Getreide, Pasta und noch viel mehr aus den humusreichen Böden von SlowGrow anbieten.
In den letzten 13 Jahren ist SlowGrow zu einem 20 Hektar grossen Betrieb im Zürcher Oberland herangewachsen. Durch ein spezielles «Mosaik-System» bewirtschaftet das Team mittlerweile sogar 60 Hektar. Dieses System ist so aufgebaut, dass es wie ein Baukasten funktioniert: Es lässt sich leicht vergrössern und dient als Vorbild dafür, wie moderne, naturfreundliche Landwirtschaft auch im grossen Stil funktionieren kann.

Das Herzstück der Mosaik-Landwirtschaft ist eine extrem präzise Arbeitsweise mit Hilfe von GPS. Das Ziel ist es, den Boden so wenig wie möglich zu belasten. Deshalb fahren alle Maschinen Jahr für Jahr auf den exakt gleichen Fahrspuren. So wird verhindert, dass der Boden dort, wo die Pflanzen wachsen, durch das Gewicht der Maschinen verdichtet wird.
Die Felder sind in 50 bis 100 schmale Streifen unterteilt. Hier wachsen Getreide, Gemüse und Blumen bunt gemischt nebeneinander, was die Artenvielfalt fördert. Der Boden wird zudem mit organischem Material wie Heu oder Holzschnitzeln gemulcht. Das dient als natürlicher Dünger und schützt die Erde vor dem Austrocknen. Diese Methoden sorgen dafür, dass Tiere, Insekten und nützliche Pilze im Boden gedeihen.

Von Beginn an suchten Matthias und seine Mitstreiter*innen nach Wegen, die den Boden gesund halten. Zum Beispiel durch eine dauerhafte Bepflanzung und den Verzicht auf chemische Spritzmittel oder künstlichen Dünger. Da es für diese speziellen Methoden kaum passende Geräte gab, war es anfangs schwierig, die Ideen auf grösseren Flächen umzusetzen.
«Die Bauern sollen sich wieder mehr trauen», sagt Matthias Hollenstein, Gründer von SlowGrow
Deshalb begannen Matthias und sein Team, eigene Maschinen und Techniken zu entwickeln. Sie verbinden dabei altes Bauernwissen mit modernster Technik. 2021 gründete er gemeinsam mit Petrissa Eckle das HofLabor – eine Art Erfinderwerkstatt direkt auf dem Bauernhof.
Das Zusammenspiel zwischen dem HofLabor und dem Betrieb SlowGrow ist der Schlüssel zum Erfolg: Im Labor wird an neuen Maschinen und Methoden geforscht, während SlowGrow als echter Bauernhof uns mit Lebensmitteln versorgt.
Als jüngste Erweiterung ihrer Arbeit vergrösserten SlowGrow und HofLabor ihren Betrieb im Jahr 2024 um einen 40 Hektar grossen städtischen Bauernhof am Zürcher Adlisberg. Dieser dient als Innovations- und Demonstrationsbetrieb für die regenerative Mosaik-Landwirtschaft – ein lebendiges Labor, in dem Landwirt*innen, Forscher*innen und politische Entscheidungsträger*innen regenerative Techniken in Aktion erleben können.

Es überrascht uns folglich auch nicht – aber macht uns dennoch ein bisschen stolz, dass SlowGrow den Prix-Climat 2022 gewonnen hat und 2025 von den Top 50 Farmers ausgezeichnet wurde. Mehr über die zukunftsweisenden Anbaumethoden von SlowGrow erfährst du in den folgenden Videos vom Prix-Climat und Top 50 Farmers:

